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ZUM DIGITALTAG SCHWEIZ, GEDANKEN ÜBER WÜNSCHENSWERTE ZUKÜNFTE UND WIE WIR SIE GESTALTEN KÖNNEN

Am 10. November 2021 findet zum fünften Mal der DIGITALTAG der Schweiz statt. Über 70 renommierte Unternehmen und Organisationen zeigen On- und Offline, was Digitalisierung für sie und für unser ganzes Land konkret bedeutet - und welche Chancen sich ergeben. Es geht um Information aber auch um Anregung, Unterhaltung und Dialog.

Einen Dialog, den ein Unternehmen für sich führen muss.




Eine der meistgeführten Diskussionen seit Längerem ist, wie sich die Arbeitswelt verändern wird, wie überhaupt alles mit unserer Welt weitergeht. Was machen künstliche Intelligenz und Automatisierung mit uns, werden wir in Zukunft mit Robotern arbeiten und werden Führungskräfte durch virtuelle Wesen ersetzt? Man weiss es nicht so genau. Und wir können es auch einfach nicht wissen. Das hat vor allem mit den rasanten technologischen Entwicklungen zu tun, die unsere Welt seit ein paar Jahren bestimmen. Das Internet, E-Mails, Facebook, die Globalisierung und überhaupt diese ganze VUCA-Welt haben uns kalt erwischt.


Warum?

Wir alle tun uns schwer, die Zukunft unseres Unternehmens oder von Arbeit im Allgemeinen mit all den möglichen, vor allem auch technologisch möglichen Entwicklungen vorherzusehen. Sogar ein Zeitraum von fünf Jahren ist schon nicht mehr klar vorhersehbar. Die Pandemie als Beispiel hat allein letztes Jahr schon sehr viele Pläne überflüssig gemacht.


Warum ist das heutzutage so schwer? Und war das früher auch schon so?

Grundsätzlich war es schon immer schwer für uns Menschen, weil unser Gehirn nicht darauf ausgelegt ist, grosse Veränderungen vorauszudenken. Die Beschäftigung mit ungewissem Zukünften ist anstrengend und löst oftmals Unwohlsein aus. Denn trotz Digitalisierung sind wir immer noch ganz klassisch auf Sicherheit und Klarheit ausgelegt, wollen den Ist-Zustand, wenn überhaupt, nur langsam und in kleinen Schritten verbessern.

Daher neigen wir dazu, vergangene Erfahrungen in „die“ Zukunft zu kopieren, was in Zeiten von revolutionären neuen Technologien und disruptiver Veränderungen nicht funktionieren kann. Zudem denken wir oft eindimensional und bilden in der Regel nur eine Zukunft ab. Daher spreche ich auch immer von Zukünften! Es gibt aber sehr viele Einflussfaktoren und damit fast unendlich viele verschiedene Möglichkeiten. Diese Komplexität ist für unser Gehirn nicht Vorstell- oder denkbar. Wir können hervorragend mit komplizierten Themen umgehen (Anleitungen, Checklisten, bekannte Verfahren und Prozesse) – Komplexe Fragen dagegen brauchen kluge Methoden zur Überlistung unserer Denkstrukturen. (SIEHE AGILE METHODEN)

Um über wünschenswerte und mutige Zukünfte nachzudenken, muss man ausserdem seine Komfortzone verlassen und die aufkommende Unsicherheit aushalten. Ansonsten gehen die ausgearbeiteten Zukunftsvisionen nicht weit genug, beschränken sich auf Trends, basierend auf den vergangenen Erfahrungen und schaffen damit keine Zukünfte.


Wie?

Das Wichtigste dabei ist, sich wirklich zu öffnen gegenüber heute unbequemen und vielleicht auch unrealistischen anmutenden Szenarien. Und sich permanent die Frage zu stellen „Was wäre, wenn…“ wenn z.B. die das Unternehmen ganz anders organisiert wäre, wenn wir mehr als zwei Standorte hätten oder Autos fliegen würden etc. Auch wenn sich das komisch, unreal anfühlt.

Daraus entstehen Szenarien und Zukünfte. Wichtig ist auch zu verinnerlichen, dass dies nicht ein einmaliger Prozess ist. Ein Szenario zu entwickeln und zu glauben, es hält für die nächsten 5 Jahre ist nicht nachhaltig. Wenn sich die Umgebung schnell verändert und es viel Unsicherheit gibt, wird eine klare Mission zu unserer Vision benötigt, an dem alle Aktivitäten, Innovations- und Entscheide ausgerichtet werden. Unsere Vision schafft Klarheit und Zukunftssicherheit.

Dennoch bleibt die Mission in Bewegung und muss immer wieder justiert und hinterfragt werden. Es geht bei den Entwürfen nicht um DIE perfekte Lösung, sondern um einen plausiblen Entwurf, der regelmässig iteriert und justiert (SIEHE DESIGN THINKING) wird.


Und was hat jetzt das mit dem Digitaltag und Digitalisierung zu Tun?

Die Digitalisierung gehört für die überwiegende Mehrheit unserer Gesellschaft zum Alltag. Sie ist ein wichtiger Treiber für unsere Zukünfte. Neue Technologien haben grossen Einfluss auf das tägliche Leben und Verhaltensweisen der Menschen. Die Nutzung des Internets – insbesondere durch die Verwendung des Smartphones – spielt dabei eine immer grössere Rolle. Auch wenn das Bedürfnis nach permanentem Informationszugriff steigt, so sehen wir das der persönliche, menschliche Kontakt weiterhin essenziell ist.


Persönliche Beziehungen sind und bleiben wichtig!

Studien vor der Pandemie zeigen, die Menschen sprechen wieder vermehrt von Angesicht zu Angesicht miteinander. Ein Jahr Pandemie zeigt auch - dass virtuelle Besprechungen und endloses Homeoffice ermüdend sind. Eine Organisation muss ich bereits jetzt Gedanken darüber machen, wie sie in Zukunft mit dem Thema Umgehen will. Nicht alle Möglichkeiten der Digitalisierung werden auch als sinnvoll bzw. notwendig erachtet und entsprechend genutzt.

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